Sechs Elemente der Kunst
Autorin: Hanny Dorer
Quelle: Aargauer Zeitung 2004
Lenzburg: Bruno Weber und
Mariann Weber-Godon
in der Galerie Aquatinta
„Bruno Weber und Mariann Weber-Godon sind mehr als ein Künstlerpaar – sie sind ein Lebenspaar.“ Mit diesen Worten umschrieb der Schriftsteller Peter K. Wehrli die beiden Protagonisten, die ihre Werke zurzeit in einer gemeinsamen Ausstellung in der Galerie Aquatinta zeigen. Zahlreiche Gäste hatten sich zur Vernissage eingefunden und liessen sich schon vor der Galerie von den verwunschenen Figuren, Urwesen und Fabeltieren Bruno Webers verzaubern.
Weber
hat sich aber nicht nur der Bildhauerei, sondern
auch der
Malerei, dem Zeichnen und der Architektur verschrieben und legt dabei einen ungezügelten Einfallsreichtum an
den Tag. Er begnügt sich nicht mit den üblichen vier Elementen Erde, Wasser, Feuer und
Luft, sondern fügt noch die Zeit als fünftes und die Phantasie als sechstes Element hinzu.
Immer wieder geschehe es, so Wehrli in seiner Ansprache, dass die Besucher fragen, aus welchen Kulturen die von Bruno Weber verwendeten Symbole – etwa der Doppelrüssler – wohl stammen mögen. „Diese stammen weder aus dem Mythenschatz Asiens noch aus jenem Lateinamerikas, sondern er erfindet selber immer wieder neue Symbole und Zeichen", führte Wehrli aus.
Weber könne deshalb als eigentlicher „Symbolerfinder“ bezeichnet werden, der seine eigenste künstlerische Leistung in den Vordergrund stellt. Es sind seine Figuren, denn er hat sie nicht geformt, sondern ersonnen. Er hat quasi eine eigene Welt aus Papier, Farbe, Stein, Beton und Kunststoff geschaffen.
Webers Kunstwerke haben aber nicht nur Symbolkraft, sie sind immer auch nützlich. Also dienen etwas seine Weisen gleichzeitig als Sitzgelegenheit, deutsche Adler bilden ein Portal, zwei Schlangen stellen die Aussenhaut eines Hotels in der Dominikanischen Republik dar. „Weber will immer Kunst und überall Kunst“, sagte Wehrli dazu.
Mariann Weber-Godon hat nebst ihrer Mitarbeit als Managerin und Gestalterin am künstlerischen Werk von Bruno Weber als Fotografin eine von Naturbeobachtungen ausgehende realistische Kunst entwickelt. „Sie zeigt ein Bananenblatt und meint die ganze Natur; ihr Blick ist immer aufs Ganze gerichtet, auch dort, wo sie nur einen Ausschnitt zeigt“, beschreibt Wehrli ihr Werk. Ihre Fotos sind im Untergeschoss der Galerie Aquatinta ausgestellt.



